Gewindebohrer richtig verwenden und Innengewinde selbst schneiden
Innengewinde mit dem Gewindebohrer richtig schneiden
Eine Schraube passt nicht? Dann fehlt vielleicht nicht die richtige Schraube, sondern das passende Gewinde. Mit einem Gewindebohrer kannst du ein Innengewinde in ein vorgebohrtes Loch schneiden und damit eine stabile, lösbare Schraubverbindung herstellen. Ob im Maschinenbau, bei Reparaturen oder in der heimischen Werkstatt: Gewindebohrer sind unverzichtbar, wenn du Gewinde in Metall selbst herstellen möchtest.
Doch wie funktioniert ein Gewindebohrer eigentlich, welche Arten gibt es und worauf solltest du beim Kauf achten? Wir zeigen dir, was du über das Werkzeug wissen musst und welche Gewindebohrer du bei vasalat findest.
Was ist ein Gewindebohrer?
Ein Gewindebohrer ist ein Schneidwerkzeug, mit dem ein Innengewinde in ein bereits gebohrtes Loch geschnitten wird. An seinem Schaft befinden sich Gewindeschneiden mit mehreren Schneidkanten. Diese tragen beim Drehen Material aus der Bohrlochwand ab und formen dabei die Gewindegänge.
Das Prinzip ist einfach: Du bohrst zunächst ein Kernloch mit dem passenden Durchmesser. Anschließend führst du den Gewindebohrer in das Loch ein und drehst ihn kontrolliert hinein. Die Schneiden formen dabei das gewünschte Gewinde.
Wichtig: Der Gewindebohrer ist kein normaler Bohrer. Er erzeugt nicht das eigentliche Loch, sondern schneidet das Gewinde in ein vorhandenes Kernloch.
Wie funktioniert Gewindeschneiden?
Bevor du den Gewindebohrer ansetzt, musst du zunächst das richtige Kernloch bohren. Der Durchmesser richtet sich nach dem gewünschten Gewinde. Bei einem metrischen M6-Gewinde beträgt der typische Kernlochdurchmesser beispielsweise 5 mm.
Anschließend wird der Gewindebohrer möglichst gerade angesetzt. Beim manuellen Gewindeschneiden wird zunächst vorsichtig im Uhrzeigersinn gedreht. Je nach Werkzeug und Material kann es sinnvoll sein, regelmäßig ein kleines Stück zurückzudrehen, damit die entstehenden Späne gebrochen werden.
Bei Sacklöchern ist besonders wichtig, dass ausreichend Platz für die Späne vorhanden ist. Außerdem sollte das Gewinde nicht einfach mit Gewalt geschnitten werden – sonst kann der Gewindebohrer abbrechen.
Gewindeschneidsätze: Passend ausgestattet für die Werkstatt
Mit den BOHRCRAFT Gewindeschneidsätzen hast du für unterschiedliche Reparatur- und Montagearbeiten die passenden Werkzeuge direkt griffbereit. Je nach Umfang stehen 31-, 44- oder 54-teilige Sets zur Auswahl. Die Sätze enthalten verschiedene Gewindebohrer und passende Werkzeuge zum Schneiden von Innengewinden und sind damit praktisch, wenn du nicht für jede Gewindegröße einzeln Werkzeug kaufen möchtest. Der Vorteil der unterschiedlichen Setgrößen: Du kannst die Ausstattung passend zu deinem tatsächlichen Bedarf wählen – vom kompakten Satz für gelegentliche Arbeiten bis zur umfangreicheren Lösung für die gut ausgestattete Werkstatt.
BOHRCRAFT Gewindeschneidsatz
Wo werden Gewindebohrer eingesetzt?
Gewindebohrer kommen überall dort zum Einsatz, wo eine Schraube direkt in ein Werkstück eingeschraubt werden soll. Besonders häufig findest du sie in der Metallbearbeitung.
Typische Anwendungen sind beispielsweise Reparaturen an Maschinen, Fahrzeugen oder Fahrrädern, die Herstellung von Metallkonstruktionen sowie der Bau und die Reparatur von Vorrichtungen. Auch beim Modellbau und in der Werkstatt sind Gewindebohrer praktisch, wenn individuelle Gewindebohrungen benötigt werden.
Neben Stahl lassen sich – abhängig vom jeweiligen Werkzeug – auch Aluminium, Messing, Kupfer und verschiedene weitere Werkstoffe bearbeiten.

Welche Gewindebohrer gibt es?
Gewindebohrer unterscheiden sich unter anderem nach Bauform, Gewindeart, Material und Einsatzgebiet.
Handgewindebohrer
Beim Handgewindebohren wird das Gewinde manuell mit einem Windeisen geschnitten. Handgewindebohrer eignen sich besonders für Reparaturen und kleinere Arbeiten in der Werkstatt. Klassische Sätze bestehen häufig aus mehreren Werkzeugen, die das Gewinde schrittweise schneiden.
So gehst du vor:
- Kernloch bohren: Bohre das Loch mit dem passenden Kernlochdurchmesser für das gewünschte Gewinde.
- Loch entgraten: Entferne den Grat am Bohrloch, damit der Gewindebohrer sauber angesetzt werden kann.
- Gewindebohrer einsetzen: Spanne den Gewindebohrer gerade in ein Windeisen ein.
- Gewinde schneiden: Setze ihn senkrecht an und drehe ihn mit gleichmäßigem Druck in das Kernloch.
- Späne brechen: Bei klassischen Handgewindebohrern drehst du regelmäßig ein kleines Stück zurück, um die Späne zu brechen.
- Schneiden und reinigen: Wiederhole den Vorgang, bis die gewünschte Gewindetiefe erreicht ist. Anschließend Gewindebohrer herausdrehen und Späne entfernen.
Hand-Gewindebohrer
Schrittweise mit dem Handgewindebohrer schneiden
Bei einem klassischen Handgewindebohrersatz wird ein Innengewinde in mehreren Arbeitsschritten geschnitten. Dafür gibt es Vor-, Mittel- und Fertigschneider. Die drei Werkzeuge unterscheiden sich vor allem in ihrer Schneidgeometrie und darin, wie viel Material sie jeweils abtragen.
- Grob vorarbeiten und den Gewindegang vorbereiten: Der Vorschneider macht den ersten Schnitt. Er trägt den größten Teil des Materials ab und besitzt deshalb einen langen Anschnitt. Dadurch lässt er sich vergleichsweise leicht in das Kernloch führen.
- Das Gewinde weiter vertiefen und präzisieren: Der Mittelschneider folgt dem Vorschneider und schneidet das Gewinde weiter aus. Sein Anschnitt ist kürzer, sodass er bereits deutlich mehr Gewinde ausformt.
- Das fertige, maßgenaue Innengewinde herstellen: Der Fertigschneider übernimmt den letzten Arbeitsschritt. Er besitzt einen sehr kurzen Anschnitt und formt das Gewinde nahezu über die gesamte Länge vollständig aus.
Vor-, Mittel- und Fertigschneider
Maschinengewindebohrer
Maschinengewindebohrer sind für den Einsatz in Bohrmaschinen, Gewindeschneidmaschinen oder Bearbeitungszentren ausgelegt. Mit einem Maschinengewindebohrer geht das Gewindeschneiden schneller und gleichmäßiger. Der Ablauf:
- Kernloch bohren: Bohre das Kernloch exakt auf den erforderlichen Durchmesser.
- Werkstück fixieren: Spanne das Werkstück sicher ein, damit es sich beim Schneiden nicht bewegen kann.
- Passenden Maschinengewindebohrer wählen: Achte auf Gewindegröße, Werkstoff und ob du ein Durchgangs- oder Sackloch bearbeitest.
- Werkzeug einspannen: Setze den Gewindebohrer in die passende Aufnahme der Maschine.
- Gerade ansetzen: Richte das Werkzeug exakt zur Bohrung aus.
- Gewinde schneiden: Starte die Maschine mit der für Werkzeug und Material geeigneten Drehzahl und führe den Gewindebohrer kontrolliert in das Kernloch.
- Werkzeug zurückführen: Nach Erreichen der erforderlichen Gewindetiefe wird der Gewindebohrer wieder herausgeführt. Bei vielen Maschinen erfolgt der Richtungswechsel automatisch.
Bei Maschinengewindebohrern ist besonders wichtig, die Herstellerangaben zu Drehzahl, Schmierung und Einsatzmaterial zu beachten.
Maschinen-Gewindebohrer
Durchgangsloch und Sackloch
Auch die Form des Werkzeugs muss zur Bohrung passen. Für Durchgangslöcher können spezielle Maschinengewindebohrer eingesetzt werden, die die Späne nach vorne oder hinten abführen. Für Sacklöcher werden häufig Varianten verwendet, die den Span gezielt aus dem Bohrloch transportieren.
Achtung: Bei Sacklöchern solltest du besonders auf die maximale Gewindetiefe achten, damit der Gewindebohrer nicht auf dem Bohrlochgrund aufsetzt.
Für Durchgangs- und Sacklöcher
Metrische Gewinde
Im Heimwerker- und Metallbereich sind metrische Gewinde besonders verbreitet. Sie werden beispielsweise mit Bezeichnungen wie M5, M6, M8 oder M10 angegeben. Die Zahl steht dabei für den Nenndurchmesser des Gewindes in Millimetern.
Worauf muss man beim Kauf eines Gewindebohrers achten?
Der wichtigste Punkt ist das gewünschte Gewinde. Ein M6-Gewindebohrer passt nicht zu einer M8-Schraube. Prüfe deshalb vor dem Kauf Gewindegröße und Gewindeart.
Außerdem solltest du auf folgende Eigenschaften achten:
- Werkstoff: Nicht jeder Gewindebohrer ist für jedes Metall geeignet. Für harte Werkstoffe werden entsprechend geeignete Schneidwerkzeuge benötigt.
- Bauform: Entscheide, ob du einen Gewindebohrer für ein Durchgangs- oder Sackloch benötigst.
- Maschineneinsatz: Wenn du mit einer Bohrmaschine oder Gewindeschneidmaschine arbeitest, brauchst du einen dafür geeigneten Maschinengewindebohrer.
- Gewindeart: Neben metrischen Standardgewinden gibt es beispielsweise Feingewinde oder andere Gewindestandards. Das Werkzeug muss exakt zum Gegenstück passen.
- Material und Beschichtung: Hochwertige Werkstoffe und Beschichtungen können Standzeit und Schneidleistung verbessern – besonders bei regelmäßiger Nutzung.
Bohrcraft Gewindebohrer bei vasalat
Bei vasalat findest du Gewindebohrer der Marke Bohrcraft für unterschiedliche Anwendungen und Gewindegrößen. Bohrcraft bietet verschiedene Ausführungen für die Metallbearbeitung und damit passende Werkzeuge für Reparatur, Montage und Werkstattarbeiten.
Besonders praktisch sind Gewindebohrer-Sets, wenn du regelmäßig unterschiedliche Gewinde benötigst. Statt für jede Größe einzeln zum Werkzeug greifen zu müssen, hast du mehrere gängige Größen direkt griffbereit.
Bei der Auswahl solltest du trotzdem nicht nur auf die Größe achten. Entscheidend sind auch Gewindeart, Werkstoff und die Frage, ob du ein Durchgangs- oder Sackloch bearbeiten möchtest.
Kernlochdurchmesser
Ein häufiger Anfängerfehler ist das falsche Kernloch. Ist das Loch zu klein, steigt die Belastung auf den Gewindebohrer und das Werkzeug kann abbrechen. Ist es zu groß, werden die Gewindeflanken nicht vollständig ausgebildet und die Verbindung verliert an Tragfähigkeit.
Deshalb gilt: Vor dem Bohren immer den passenden Kernlochdurchmesser prüfen. Eine Gewindebohrertabelle oder die Herstellerangaben helfen dir dabei.
Auch Schneidöl kann bei vielen Metallarbeiten sinnvoll sein. Es reduziert Reibung und Wärme und unterstützt einen sauberen Schnitt. Ob und welches Schneidmittel verwendet werden sollte, hängt allerdings vom Werkstoff und Werkzeug ab.
Schneidöl
Mit dem richtigen Gewindebohrer zum sauberen Innengewinde
Ein Gewindebohrer ist das richtige Werkzeug, wenn du ein präzises Innengewinde in Metall herstellen möchtest. Entscheidend für ein gutes Ergebnis sind ein korrekt dimensioniertes Kernloch, das passende Werkzeug und eine saubere, möglichst gerade Führung.
Ob einzelner Gewindebohrer oder praktisches Set: Mit den Bohrcraft Gewindebohrern von vasalat kannst du deine Werkstatt sinnvoll für Reparatur- und Metallarbeiten ausstatten. Prüfe vor dem Kauf immer Gewindegröße, Gewindeart, Werkstoff und Einsatzbereich – dann passt am Ende auch die Schraube.
Welches Gewinde schneidest du am häufigsten selbst – M5, M6, M8 oder eine ganz andere Größe?
FAQ: Gewindebohrer
Ein Gewindebohrer ist ein Schneidwerkzeug, mit dem du ein Innengewinde in ein vorgebohrtes Kernloch schneidest. So kannst du beispielsweise eine Schraube direkt in ein Metallwerkstück eindrehen.
Der benötigte Kernlochdurchmesser hängt von der Gewindegröße und Steigung ab. Bei einem metrischen Regelgewinde kannst du als Faustformel den Gewindenenndurchmesser minus Gewindesteigung verwenden. Für ein M6-Gewinde mit 1 mm Steigung ergibt sich beispielsweise ein 5-mm-Kernloch.
Ein Handgewindebohrer wird mit einem Windeisen manuell geführt und eignet sich besonders für Reparaturen und einzelne Gewinde. Ein Maschinengewindebohrer wird in einer geeigneten Maschine eingesetzt und ermöglicht ein schnelleres und gleichmäßigeres Gewindeschneiden.
Ein Gewindebohrersatz besteht aus mehreren Werkzeugen für einen bestimmten Gewindetyp und eine bestimmte Größe. Bei klassischen Handgewindebohrersätzen wird das Gewinde häufig schrittweise mit Vor-, Mittel- und Fertigschneider hergestellt.
Nein, bei einem herkömmlichen Gewindebohrer muss zunächst ein Kernloch mit dem passenden Durchmesser gebohrt werden. Eine Ausnahme bilden spezielle selbstbohrende oder formende Gewindewerkzeuge, die für bestimmte Anwendungen ausgelegt sind.
Das hängt vom Werkstoff ab. Für Stahl, Edelstahl, Aluminium oder Messing können unterschiedliche Gewindebohrer beziehungsweise Ausführungen sinnvoll sein. Achte deshalb immer auf die Herstellerangaben zum vorgesehenen Material.
Bei vielen Metallarbeiten ist ein geeignetes Schneidmittel sinnvoll. Es reduziert Reibung und Wärme und kann einen sauberen Schnitt unterstützen. Welches Schneidmittel geeignet ist, hängt vom Material und Werkzeug ab.
Nicht mit Gewalt weiterdrehen. Häufig haben sich Späne verklemmt oder das Werkzeug wurde zu stark belastet. Drehe den Gewindebohrer vorsichtig zurück und prüfe Kernloch, Ausrichtung und Schmierung. Ein abgebrochener Gewindebohrer lässt sich nur schwer aus dem Werkstück entfernen.
Ja, beschädigte Innengewinde können je nach Zustand mit einem passenden Gewindebohrer nachgeschnitten werden. Ist das Gewinde stark beschädigt, reicht Nachschneiden möglicherweise nicht aus und es wird eine Gewindereparaturlösung benötigt.
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